Open Source

Geschichte des Open Source

Open Source ist praktisch der Kampf gegen den Kapitalismus in der Welt der Computer: Ihre Wurzeln hat sie in der Hacker-Bewegung und der freien Software-Bewegung aus den 80er Jahren und ihr Ziel ist es, Software für Computernutzer frei zugänglich zu machen.

Die Macht von Microsoft

Der Auslöser der Open-Source-Bewegung ist Microsoft – zur Entstehungszeit der Bewegung dominierte die US-Firma den Browser-Markt und musste mit keinen nennenswerten Konkurrenten rechnen. Apple kämpfte mit Krisen und hatte sich deshalb noch nicht zu seinem vollen Potential entwickelt, und der Netscape Navigator, eine überholte Browser-Alternative, brachte keinen wirtschaftlichen Gewinn mehr ein. Die Macher von Netscape Navigator entschieden sich deshalb für einen Schritt, der den Software-Markt nachhaltig beeinflussen würde: Sie gaben den Quelltext ihres Browsers zur Bearbeitung frei.

Open Source Initiative

Nun gewann auch die Open Source Bewegung zunehmend an Fahrtwind. Sie bediente sich verschiedener Marketingstrategien, um Wissen über ihre Ziele zu verbreiten und Unterstützer zu gewinnen. Sogenannte permissive licenses wurden ins Leben gerufen: Diese Lizenzen genügten den Ansprüchen der Open Source Entwickler – mindestens ebenso wichtig aber war: Sie waren für Unternehmen attraktiv. Schließlich müssen auch Entwickler, die kostenlose Software herstellen, ihr Geld verdienen.

Die Open Source Initiative agiert nach einfachen aber einleuchtenden Prinzipien: Zum einen muss der Quelltext einer Software für die Nutzer gut lesbar und verständlich sein. Den Nutzern ist ferner erlaubt, die Software so viel zu kopieren und zu verbreiten, wie sie möchten. Außerdem dürfen sie die Software ohne Einschränkungen nach ihren Vorstellungen verändern. Für die abgeänderte Software gilt dann das gleiche Prinzip wie für das Original: Auch sie darf beliebig oft kopiert und weitergereicht werden.

Kritik an Open Source

Die Prinzipien der Open Source Initiative klingen wie ein wahrgewordener Traum für Computerspezialisten. In Wirklichkeit ist die Idee der freien Software nicht ganz so leicht in die Tat umzusetzen. Oft kommen Lizenzprobleme dazwischen, die die Entwicklung der freien Software behindern. Wieder andere Kritiker stören sich daran, dass dem im Grunde ethischen Gedanken der „freien“ Software heute kaum noch Rechnung getragen wird und Open Source Entwickler sich vor allem mit wirtschaftlichen und technischen Fragen beschäftigen. Nichtsdestotrotz ist die Open Source Bewegung jedoch ein wichtiger Bestandteil im Kanon der Softwarehersteller und ein digitales Leben ist ohne sie nicht mehr vorstellbar. So ist beispielsweise Mozilla Firefox zu einer absoluten Haushaltsgröße geworden. Und auch andere Programme sind von unseren Desktops kaum noch wegzudenken. Wie sie sich weiterhin am Weltmarkt behaupten werden, bleibt abzuwarten.